Geschichte
Präkolumbinische Ära

Die Geschichte Costa Ricas beginnt mit der Präkolumbischen Ära, die frühesten Funde datieren um 10,000 v.Chr. Um 2000 v. Chr. fingen Sammler und Jäger an die ersten Produkte anzubauen, auch die ältesten gefundenen Tonarbeiten stammen aus dieser Zeit. Es gibt Grund anzunehmen, dass sich die Gesellschaft anfangs als eine Kommunen-Gesellschaft entwickelte, in der Gleichberechtigung und Gemeinschaftseigentum herrschten.
Um 500 v. Chr. Begannen sich die sogenannten Kazikengesellschaften zu bilden, die allmählich ein Handelssystem aufbauten und auch die ersten Territoriums-Ansprüche. Aus dieser Zeit stammen Funde von Dörfern mit Brunnen, Öfen und Grundmauern. Die Manufaktur dieser Epoche schließt Arbeiten mit Jade und anderen Steinen ein.
Die Gesellschaft veränderte sich langsam von einer Kommunengesellschaft, basierend auf Familienzusammengehörigkeit, zu einer strukturierten Klassengesellschaft, mit politischen und religiösen Ämtern und differenzierten Aufgaben, wie z.B. Agrikultur, Bau und Handel. Die Kazikengesellschaft wird bis circa 1550 gerechnet, es gibt jedoch auch heute noch Stämme die durch einen Kaziken vertreten werden.
Eroberung durch die Spanier

Nachdem Kolumbus am 18. Oktober 1502 auf seiner vierten Entdeckungsreise an der Ostküste von Costa Rica ankam, begann bald die Eroberung durch die Spanier. Es wird hier zwischen zwei Perioden unterschieden. Die Erste geht von 1502 bis 1543 und zeichnet sich durch eine sehr langsame Erkundung der Küstengebiete aus. In ihr wurden nur temporäre Dörfer von den Spaniern gegründet und die dort ansässigen einheimischen Einwohner als Arbeiter missbraucht. Im Jahre 1522 erreichte Gil González Davila die Pazifikküste und nannte das Gebiet erstmals la costa rica- die reiche Küste. Unter ihm wurden die Einwohner zwangs-bekehrt und ihres Goldes beraubt.
Die zweite Periode der Eroberung geht von 1550 bis 1575. In dieser Zeit drangen die Spanier ins Innere des Landes und unterwarfen die einheimischen Bewohner, teils friedlich aber größtenteils mit Gewalt. Es kam zur Einführung des sogenannten Auftragssystems, bei dem jedem Spanier eine gewisse Anzahl von Eingeborenen zugewiesen wurde die dann in seinem Dienste standen. Hierbei gingen einige der Dialekte und religiösen Bräuche unwiederbringlich verloren, andere Gruppen konnten sich den Spaniern anschließen und bildeten hiermit damit die Grundlage für eine Gemeinschaft von Mestizen.
Der im Jahr 1562 zum Gouverneur ernannte Juan Vásquez de Coronado gilt als der eigentliche Gründer von Costa Rica. Er erforschte als Erster das Valle Central (Zentrale Hochland), machte El Guarco (heute Cartago) zur Hauptstadt und versuchte die Indígenas mit friedlichen Mitteln zu bekehren.
Unabhängigkeit
In den folgenden 200 Jahren blieb Costa Rica Kolonie Spaniens, wurde allerdings größtenteils vernachlässigt, da es sich um ein dicht bewaldetes und unwirtliches Territorium handelte. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde Costa Rica für Spanien interessant. Das fehlende Interesse von Spanien für Costa Rica erklärt auch ein Wenig die sehr andere politische und soziale Entwicklung des Landes im Kontrast zu anderen Ländern in Lateinamerika.
Über die Jahrhunderte hinweg entwickelte es sich nach und nach hin zur Unabhängigkeit. Der Export von Leder und Tabak nach Europa brachte im 18. Jahrhundert vergleichbaren Wohlstand. Die Anzahl europäischer Einwanderer stieg, so dass in den 1740er Jahren aufgrund der wachsenden Nachfrage an Arbeitskräften eine Zwangsumsiedlung der Ureinwohner vollzogen wurde.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Ureinwohner der absoluten Versklavungen entziehen können. Trotzdem kann man sagen, dass Costa Rica im 18. Jahrhundert nicht so stark unter der Kontrolle der Kolonisierung gelitten hat wie beispielsweise seine Nachbarländer.
Costa Rica-Eine Republik

Die Gewährung der Unabhängigkeit von Spanien löste in Costa Rica interne Konflikte aus. Die Imperialisten in Cartago und Heredia wollten sich dem neu gegründeten mexikanischen Kaiserreich anschließen, die Republikaner hingegen bevorzugten die Unabhängigkeit. So kam es 1823 zu einem Bürgerkrieg, der von den Republikanern gewonnen wurde. San José wurde die Landeshauptstadt und Costa Rica souveräner Staat der Konföderation, welche unter der Führung Guatemalas stand. Im Jahr 1824 wurde Juan Mora Fernández Präsident und Guanacaste trat ein Jahr später Costa Rica bei. In den 1830er Jahren erfuhr Costa Rica einen starken wirtschaftlichen Aufschwung in der Kaffeeproduktion, der die Mittelklasse zu Wohlstand führte. Es wurde in Bildung und liberale Demokratie investiert.
Als 1835 Braulio Carrillo Colina Staatschef wird und mit diktatorischen Mitteln liberale Reformen durchsetzt, eine zentralistische Verwaltung in San José vorsieht und die Kaffeeproduktion ausweiten will, kommt es zu einem Krieg zwischen dem Städtebündnis (Heredia, Cartago, Alajuela) und San José, der von San José gewonnen wird.
Juan Mora Fernandez wurde 1824 zum ersten Staatschef gewählt. Er hatte Philosophie und Latein studiert und betätigte sich als Lehrer. Unter seiner Führung wurde die erste Verfassung Costa Ricas zu Ende geschrieben und er wird oft als „Vater des Journalismus“ bezeichnet, da er die erste Zeitung von Costa Rica einführte.
Mit dem 1847 zum Staatschef gewählten Jose Maria Castro Madriz, bekam Costa Rica endgültig seinen Status als Republik, seinen Namen, Staatssymbole, Nationalfeiertag und ersten Präsidenten. Castro Madriz, nahm 1848 das Amt als erster Präsident der Republik Costa Rica an. Er hatte, ähnlich wie der erste Staatschef Mora Fernandez, Philosophie studiert und trug in großem Maße zum Aufbau des Bildungs-Systems von Costa Rica bei. Auch die auf ihn folgenden Staatschefs und später Präsidenten kamen Größtenteils von einem nicht-militärischen Hintergrund.
Nach dem Zusammenbruch der zentralamerikanischen Konföderation erklärt Costa Rica seine Unabhängigkeit und erfreut sich wenige Jahre später des Wohlstandes, der leider bald von Gewalt begleitet wurde. Mit dem Ziel ganz Mittelamerika in eine US-amerikanische Sklaven-Kolonie zu verwandeln, marschiert William Walker 1856 in Costa Rica ein. Die Armee des zweimal wiedergewählten Präsidenten Juan Rafael Mora besiegte ihn und zwang ihn zur Flucht. Durch diesen erfolgreichen Abschluss des Disputs wurden auch die anderen Länder Mittelamerikas vor der Versklavung gerettet.
Interne Unruhen
1870 kommt der General Tomás Guardia Gutiérrez nach einem Militärputsch an die Macht. Er führt eine neue liberale Verfassung ein und fördert den Bau der Atlantischen Eisenbahn, die von Minor Cooper Keith realisiert wurde. Er wurde mit einem großen Stück Land bezahlt, auf dem er eine Bananenplantage erbaute, die einflussreiche United Fruit Company.
Costa Rica entwickelte sich zu einem modernen Staat, die Todesstrafe wurde abgeschafft, die Schulpflicht wurde eingeführt und 1890 kommt es zu den ersten demokratischen Wahlen in Mittelamerika, die von José Joaquín Rodríguez gewonnen wurden.
1917 plante der Kriegsminister Tinoco Granados einen Staatsstreich, nach zwei Jahren konnte seine Diktatur durch einen Volksaufstand beendet werden.
Durch den ersten Weltkrieg verzeichnete Costa Rica wirtschaftliche Verluste, da ein großer Teil der Exportmärkte wegfiel. Es kam in den folgenden Jahren zu Unruhen, gesellschaftlichen Problemen und die Kluft zwischen der reichen Elite und der verarmten Arbeiterklasse wuchs stetig. Während des Zweiten Weltkrieges stand Costa Rica auf Seiten der Alliierten und erklärt Deutschland, Japan und Italien formell den Krieg.
Das 20./21. Jahrhundert

Bereits seit den 20ger Jahren hat Costa Rica eine damals sehr fortschrittliche Arbeitsgesetzgebung eingeführt. In den Jahren 1940-1944 regierte Rafael Angel Calderón, der zahlreiche Sozialreformen einführte. 1945 gründete sich dann unter José Figueres der Partido Liberación Nacional, die auch die aktuelle Regierungspartei ist. 1948 verlor Calderón die Wahlen, ließ sie daraufhin annullieren und erklärte sich erneut zum Präsidenten. Die Lage spannte sich stark an und machte dem Sozialisten José Figueres den Weg frei. Es kam unter seiner Führung zum Bürgerkrieg und er rief die „Zweite Republik“ aus. Das Land spaltete sich in zwei Lager, die Figueristas und die Calderonistas, die auch heute noch die politische Landschaft mitprägen, und die lange Zeit die Grundlage für ein mehrheitlich zweiparteiisches System bildeten. Auch Figueres führte Sozialreformen ein und schaffte 1949 die Armee ab.
Der Bürgerkrieg in Nicaragua, der von 1979 bis 1990 ging, wirkte sich auch bedrohlich auf Costa Rica aus. Das Somoza- Regime wurde am 19. Juli 1979 von den Sandinisten gestürzt und Costa Rica wurde zum Rückzugsgebiet für von der CIA unterstützte Contra-Gruppen und auch für große Flüchtlingswellen. Es herrschte Krieg im nördlichen Nachbarn Costa Ricas und das Land wurde wirtschaftlich geschwächt. Der Präsident Luis Alberto Monge geriet unter Druck. Die Reagan-Regierung sicherte wirtschaftliche Unterstützung zu, jedoch nur unter der Bedingung, dass Costa Rica die rechtsgerichteten paramilitärischen Aktivitäten unterstützten, was die Neutralität Costa Ricas bedroht hätte.
Im Jahr 1986 wird Oscar Arias Sánchez zum Präsidenten gewählt und bemüht sich um Frieden in der Region. Ein Jahr darauf erhielt er den Friedensnobelpreis. 1994 wurde Rafael Angel Calderón Fournier, der Sohn des Präsidenten von 1940-1944, von José María Figueres, dem Sohn seines politischen Gegners , als Präsident abgelöst. Es folgten die Präsidenten Miguel Angel Rodríguez und Abel Pacheco. Seit 2006 wird Costa Rica wieder von Oscar Arias Sánchez regiert.