Costaricanische Kultur

Historische Hintergründe

Das präkolombinische Costa Rica

Um die costaricanische Kultur zu erleben und verstehen zu können ist es wichtig, ihren Ursprung zu kennen, der sich von den anderen Ländern Mittelamerikas unterscheidet. Zunächst ist es wichtig zu erwähnen, dass die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Verbindungen unter der heimischen Bevölkerung während der prähispanischen Epoche äußerst geschäftig waren. Dies erlaubte ihnen, sich mit anderen Völkern des nördlichen Südamerikas, dem heutigen Mexiko, Panama und Kolumbien, auszutauschen. Deswegen finden wir auch wunderschöne Stücke aus Gold und Jade vor.

Dank der verschiedenen Klimata in dieser Region, haben sich auf recht kleinem Raum verschiedene Völker mit den vielfältigsten Bräuchen und Glaubensrichtungen angesiedelt. Zu Beginn der spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert lebten ca. 400.000 Menschen in Costa Rica, das entspricht einem Zehntel der aktuellen Bevölkerungszahl. Das heutige Gebiet Costa Rica war nicht nur von Bruncas, Chorotegas und Huetares besiedelt, wie es oft in Büchern steht, sondern es gab vielmehr eine große Zahl von Stämmen, die sich unter Stammesoberhäuptern (Caciques) organisierten und zum Teil auch miteinander verbunden waren. Die Caciques oder Kaziken trafen die wichtigsten Entscheidungen über das Land und Volk. (Siehe auch „Geschichte Costa Ricas“).

Costa Rica zur Ankunft der Spanier

Die Kolonialchroniken beschreiben Costa Rica im 16. Jahrhundert als ein Reich mit einer reichhaltigen Vegetation, zahlreichen Flüssen, bergreicher Landschaft und einer unglaublich schönen Natur. Man sagt, dass zu dieser Zeit, mit Ausnahme der urbanen Siedlungsgebiete, fast das ganze Land mit Wald bedeckt war. Diese Eigenschaften waren eine Herausforderung für die ersten spanischen Kolonisten und führten dazu, dass sie erst verhältnismäßig spät ins Landesinnere eindrangen.

Die Eroberer merkten bald, dass das Goldvorkommen im Valle Central von Costa Rica nicht so üppig war, wie sie es sich erhofft hatten. Die Notwendigkeit zu überleben und sich auf dem aktuellen Markt zu etablieren, brachte sie dazu die einheimische Machtstruktur zu zerschlagen.

Der Widerstand unter den Indianerstämmen zeigte sich auf vielerlei Art und in verschiedenen Stärken. So verschwanden die Dörfer der Eingeborenen im Valle Central bereits gegen Ende des 15. Jahrhunderts, während in Talamanca im Süden des Landes und einigen weiteren Gemeinden der Widerstand weiterlebten, und sowohl Einwohner und Traditionen noch blühen. (Siehe auch „Geschichte Costa Ricas“).
 

Gegenwärtige Kultur

Costa Rica zeichnete sich schon immer durch seine Kultur des Friedens und seine demokratische Entwicklung aus. Dank dieser Grundlage kann sich Costa Rica heute an einer Bandbreite von künstlerischer Darbietung erfreuen.

Die kulturellen Traditionen und Feierlichkeiten auf kleinen Dörfern, sowie in großen Städten sind meist an religiöse Anlässe gebunden. Die große Mehrheit der Gemeinden in Costa Rica hat einen Schutzherrn oder eine Schutzpatronin. Diese Schutzherren werden mit Feierlichkeiten wie Karussellen, Musikgruppen, typischer Küche und vielem mehr gefeiert. Während der Osterwoche (Semana Santa) sind die Prozessionen ein sehenswertes Spektakel.

Der Karneval an der karibischen Küste in Limón sticht durch sein afrokaribisches Flair hervor. Er zeigt einen Teil der Kultur Costa Ricas die auf den Einfluss von afro-karibischen Einwanderern zurückgeht.

Ebenfalls sehr sehenswert ist der Ort Sarchí, eine ländliche Gemeinde, in der sich eine besondere Art der Malerei und des Handwerks herausgebildet hat. Besonders herausragend ist die Malerei auf Holz auf den landestypischen Ochsenkarren.

Die Feierlichkeiten zu Beginn und zu Ende des Jahres, die von der Gemeindeverwaltung San Josés organisiert werden, ziehen viele Costa Ricaner und Besucher an. Zu den bekanntesten zählen el Tope (Reiterparade) und el Carnaval.

Corrida de Toros a la Tica

Besonder in Guanacaste, aber auch in vielen weiteren städtischen Zentren finden die corridas de toros "a la tica" (Stierkämpfe auf "costaricanische Art") statt, die jedoch nicht mit den spanischen vergleichbar ist. In Costa Rica sind diese Feierlichkeiten sehr folkloristisch. Auch wenn die Costa-Ricaner in der Kunst der Stier- und Reitwettkämpfe ihre Helden haben, so findet der Stierkampf jedoch ohne rotes Tuch, Banderillas oder gar Tötung des Stiers statt.

Theater und Musik

Unzählige, unter anderen sowohl von der Universidad de Costa Rica und der Universidad Nacional, als auch von der Nationalen Theatergesellschaft unterstützte Theatergruppen präsentieren dem Publikum Stücke costa-ricanischen und nicht-costa-ricanischen Ursprungs.

Das nationale Symphonie-Orchester, die Musikhochschule Castella, das nationale Tanzensemble und die nationale Theaterschule stellen auch bedeutende und unterhaltsame Aufführungen vor.

 

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