Biodiversität
Biodiversität
Costa Rica ist eines der 20 Länder mit der größten Biodiversität der Welt. Auf nur 0,03 % der Erdoberfläche konzentrieren sich 4% aller Flora- und Fauna-Arten.
Dieser natürliche Reichtum an Arten und Ökosystemen ist zum Teil Produkt der geographischen Lage und Charakteristiken, aber auch der Anstrengungen im Bereich der Erhaltung der letzten Jahrzehnte.
Es ist uns bewußt geworden, welch ein großes Entwicklungs Potenzial unsere Biodiversität darstellt, in vielfacher Hinsicht. Sie ist nicht nur Anziehungskraft für den Ökotourismus, sondern auch für die Wissenschaft.
Über ein Viertel des Territoriums von Costa Rica zählt zu Schutzgebieten, die für den Weiterbestand eben dieser Biodiversität und deren unermeßlichen Potenziale sorgen sollen, in dem Bestreben eine angemessene und nachhaltige Entwicklung unseres Landes zu garantieren.
Es gibt weitreichende staatliche und private Einrichtungen, die in enger Zusammenarbeit die Erhaltung und die angemessene Entwicklung unserer natürlichen Umgebung regulieren. Unter diesen Einrichtungen sind besonders das Ministerium für Umwelt, Energie und Telekommunikationen (Ministerio de Ambiente, Energía y Telecomunicaciones MINAET) hervorzuheben, wie auch das Nationale System von Schutzgebieten (Sistema Nacional de Áreas de Conservación SINAC), welches dem Ministerium für Umwelt untergeordnet ist, und für die Bewahrung aller Naturschutzgebiete zuständig ist. Dieser Schutz und die Nachhaltigkeit könnten jedoch nicht ohne die aktive Unterstützung eines großen Teiles der Bevölkerung und verschiedener nicht-staatlicher Organisationen auferhalten werden, die die Vorteilhaftigkeit des angemessenen und nachhaltigen Wachstum für alle Beteiligten erkannt haben. Mehrere lokale Initiaven dieser Art werden deshalb auch vom SINAC unterstützt.
Die Schildkröten und das Projekt Ostional
Es gibt auch andere, vom Staat unterstützte, Initiativen, die dazu dienen unsere Biodiversität zu verteidigen. Ein Beispiel ist das Projekt Ostional. Diese Initiative ist auf der Grundlage der Harmonisierung des Umweltschutzes mit der lokalen ökonomischen Entwicklung aufgebaut und ist die einzige im Lande die der Gemeinde erlaubt, Schildkröteneier von den Legeplätzen zu entfernen. Es ist einige Male vorgekommen, daß aus dem Ausland Kritik an diesem Projekt ausgeübt worden ist, da Fotographien von der Ausführung der Einsammlung der Schildkröteneier veröffentlicht wurden, ohne daß diesen Bildern eine Erklärung des Projektes beigefügt wurde.
Nichtdestrotz handelt es sich, im Falle Ostional, um eine erlaubte und nötige Tätigkeit, die im Gesetz zur Erhaltung des Wildlebens (Gesetz Nummer 7317) festgehalten wird.
Das Projekt Ostional erlaubt nur die Entfernung von Legeplatz der Schildkröteneier die in der ersten Legewelle gelegt werden. Auf diese Weise können die nächsten Schildkröten, die in weiteren, zahlreichen, Legewellen am Strand von Ostional ankommen, ihre Legeplätze im Sand bauen, ohne die vorher gelegten Nester und Eier zu zerstören. Es ist notwendig sich vor Augen zu halten, daß in der Legezeit tausende von Schildkröten an den Strand von Ostional kommen, und daß sie, sollte es –wie meist geschieht- keinen Platz mehr geben, die bereits angelegten Neste einfach zerstören, um ihre eigenen Eier legen zu können.
Der Vorgang des Entfernen und Verkaufes der Schildkröteneier wird streng überwacht. Die Beamten des SINAC müßen einen Beschluß erteilen, um die Entfernung der Eier zu bewilligen und INCOPESCA (das costaricanische Institut für Fischerei) beaufsichtigt den Verkauf. Zusätzlich gibt es auch ein Dekret, welches den Vorgang reguliert. Nur die Mitglieder des hierzu bevollmächtigten Vereins dürfen Schildkröteneier einsammeln und sind außerdem verpflichtet die Strände während der Lege- und Brutzeit zu überwachen. Wenn es diese Projekt nicht gäbe, würde dies zu einem Ungleichgewicht führen, das nicht nur die Schildkröten in Gefahr bringen würde, sondern auch andere einheimische Tier- und Pflanzen-Arten, und es würde für die Einwohner eine kreative und vorteilhafte Möglichkeit, im Einklang mit der Natur die lokale Wirtschaft zu unterstützen, verlorengehen.