Klimawandel
Die Position von Costa Rica gegenüber der Reduzierung der durch die Entwaldung verursachten Treibhausgase
Hintergrund
Von den 60er Jahren bis Ende der 80er Jahren litt Costa Rica an ernsthaften Problemen der Entwaldung. Seit Ende der 80er Jahre wurde eine Reihe von politischen Entscheidungen getroffen, die in dem Entwurf eines Programms für Zahlungen für Umweltleistungen gipfelt. Dieses Programm stellt zusammen mit dem nationalen System für Schutzgebiete (SINAC) bisher eines der zwei wichtigsten politischen Werkzeuge für den Erhalt der Wälder und der biologischen Vielfalt des Landes dar.
In diesem Sinne hat sich das Land die Aufgabe gestellt, eine Reihe von juristischen, institutionellen und operativen Instrumenten auszuarbeiten bis es die Definition der Zahlungen für Umweltleistungen als ein Mechanismus der Anerkennung der Besitzer der Wälder für seine Leistungen für die Gesellschaft, in diesem Fall verknüpft mit dem Schutz der biologischen Vielfalt, der Wasservorräte, der landschaftlichen Schönheit und der Kohlenstofffixierung, erreicht.
Anfang 1997 hat Costa Rica eine übergreifende Entscheidung getroffen, indem es begonnen hat, die Steuer für die fossilen Brennstoffe zu berechnen und finanzielle Mittel für den Umgang mit dem in den Wäldern gespeicherten Kohlenstoff zur Verfügung zu stellen. Dieses war weder durch die Konvention zum Klimawandel noch durch das Kyoto-Protokoll erreicht worden, sondern es handelte sich hierbei um eine weise Entscheidung zur Finanzierung unserer Programme zur Erhaltung der Waldflächen in Anbetracht der Tatsache, dass es keinen externen Markt gab.
Costa Rica ist das einzige Entwicklungsland der Welt, das eine CO2-Steuer auferlegt hat und dessen Einnahmen für die Finanzierung von einem nationalen System für Zahlungen für Umweltleistungen verwendet werden. Nichtsdestotrotz hat es keinerlei Kompensation von der internationalen Gemeinschaft für diese Leistungen erhalten, obwohl es diese Gemeinschaft ist, die die Vorteile aus den Leistungen bezieht.
Aktuelle Position
Auf der internationalen Ebene besteht ein wichtiger Bestandteil der Position von Costa Rica in der Definition der Lieferanten und der Konsumenten der erbrachten Umweltleistungen. In Anbetracht der Tatsache, dass einige von ihnen Nutzen über die nationalen Grenzen hinaus haben und folglich das Konzept so aussieht, dass der Endkonsument, der sein soll, der die Kosten der Kompensierung oder die Zahlung für die erhaltene Leistung tragen soll. Auf diese Weise sind sowohl die Umweltleistungen für den Schutz der biologischen Vielfalt als auch die Leistung für den Erhalt des Kohlenstoffes, Leistungen die globale Auswirkungen haben, und es ist somit die internationale Gemeinschaft, – aus der wirtschaftlichen Perspektive – ,die für ihre Kosten aufkommen muss. Diese Begründung ist sehr wichtig, um die Gestaltung der wirtschaftlichen Instrumente, die auf globaler Ebene eingeführt werden sollen, wie es bei der Reduzierung der Emissionen, die von der Entwaldung herrühren, rechtzufertigen.
Somit ist der konkrete Vorschlag von Costa Rica bezüglich des Themas der Senkung der Emissionen, die durch die Entwaldung verursacht werden, als Grundlage die nationale Erfahrung im Bereich der Zahlung für Umweltleistungen zu nehmen, mit Blick auf die Errichtung eines internationalen Regimes, das Anreize zur Förderung der Erhaltung der Wälder auf hohem Niveau anerkennt und schafft. Offensichtlich handelt es sich nicht einfach darum, das costaricanische Modell zu „exportieren“ sondern seine fundamentalen Elemente zu erkennen, um ähnliche Systeme in anderen Ländern zu errichten, die die geeigneten und befähigenden Rahmenbedingungen haben: einen juristischen Rahmen, eine institutionelle Kapazität, eine Finanzquelle, einen Rahmen für die nationale Politik und die notwendige Transparenz und Vertrauenswürdigkeit.
Das Programm für die Zahlungen der Umweltleistungen in Costa Rica hat sich als sehr nützliches Werkzeug erwiesen für: das Aufhalten der Entwaldung und die Förderung der Waldflächen; die Neuaufteilung der finanziellen Mittel zwischen den kleinen und mittleren Landeigentümern und somit für einen besseren Einsatz der Politik zur Armutsbekämpfung, insbesondere im ländlichen Raum; die Prävention des Abbaus der Böden und anderen damit verbundenen Ressourcen, insbesondere den Wasserressourcen und der biologischen Vielfalt; die Erzeugung eines größeren ökonomischen Dynamismus für den privaten Waldsektor mittels der Förderung des nachhaltigen Umgangs mit den Wäldern; und letztendlich den Beitrag zur Erreichung der nationalen Entwicklungsziele, die gleichzeitig mit globalen politischen Initiativen verknüpft sind, zu denen sich das Land verpflichtet hat, wie die Einhaltung der globalen Umweltkonventionen und insbesondere der Millenniums-Entwicklungsziele.
Genau gesagt, hat es Costa Rica geschafft, und das ist auch das Ergebnis anderer politischen Vorgehensweisen, die in anderen Bereichen der Planung des Landes entwickelt wurden, ein Prozess der Wiedergewinnung von Waldflächen voranzubringen, der dem Rhythmus des wachsenden Verlustes der Waldflächen auf globaler Ebene sehr nahe kommt. Dies bedeutet, fast 1% des gesamten Gebietes jedes Jahr, eine Erfahrung, die fast einzig in den tropischen Entwicklungsländern gemacht wird, und folglich Verdienste bekommen muss, um als erfolgreiche Erfahrung bei jeglicher internationalen Anstrengung zum Schutz der Waldressourcen angenommen zu werden.
(Quelle: Außenministerium von Costa Rica)